Babykleidung - nachhaltig & fair

Interview mit Nina vom hej lille kidsshop in Kempten

Bis zur Geburt hatte euer Kind exakt die Umgebung, die es für seine gesunde Entwicklung benötigte: gleichbleibende Wärme, eine sichere, schützende Begrenzung und ausreichend Bewegungsraum für erste Tasterlebnisse. Jetzt benötigt es Unterstützung, um sich in seiner neuen Umgebung ebenso wohlzufühlen wie in Mamas Bauch.

Ganz wichtig dabei: Babys Kleidung.

Was es bei der Auswahl gesunder Textilien zu beachten gibt, sagt euch in diesem Interview Nina, Mama & Mit-Gründerin vom hej lille kidsshop in Kempten.

Im hej lille kidsshop bekommst du handmade & fair in Deutschland produzierte Baby- und Kinderbekleidung, Accessoires und schöne Geschenkideen für jung & alt.

Der kleine Körper hat genug damit zu tun, sich anzupassen und sein Immunsystem aufzubauen - eine effektive Abwehr von schädlichen Substanzen ist deshalb nicht möglich. Außerdem stecken kleine Kinder Textilien auch in den Mund & können dabei Schadstoffe aufnehmen.

Welche Substanzen sind das?

Das sind meistens Chemikalien wie z.B. Färbemittel, Flammschutzausrüstung, Schädlingsbekämpfungsmittel oder hormonell wirksame Weichmacher, Reste von Schwermetallen, Lösungsmittel und vieles mehr. Einige lösen Allergien aus, manche sind krebserregend, hautreizend oder gar ätzend, wieder andere sind giftig für Wasserorganismen oder für Insekten. Viele sind schwer abbaubar oder fördern Resistenzen auf bestimmte Bakterien.

Was ist der Unterschied zwischen konventioneller, biologischer und nachhaltiger Kleidung?

Konventionelle Bekleidung heißt:

Der Wettbewerb beim Verkauf handelsüblicher Babybekleidung hat einen enormen Preisdruck geschaffen. Deshalb werden bereits beim Anbau der Ausgangsmaterialien chemische Verfahren eingesetzt, die die Ausbeute erhöhen. Und da auch die Produktion so kosteneffizient wie möglich sein soll, hilft auch hier so gut wie immer die Chemie nach.

Darauf solltet ihr bei biologischer und nachhaltiger Kleidung achten:

Wirklich nachhaltig und fair produzierte Kleidungsstücke bestehen dagegen eigentlich immer auch aus biologisch angebauten Naturfasern. Design und Komfort werden mit nachhaltigen, umweltfreundlichen und sozialverträglichen Herstellungsstandards verbunden. Auch werden Nutzungsdauer, Haltbarkeit und Recyclingzyklus betrachtet.

Im sozialen Bereich verbessern Mindeststandards wie z. B. das Verbot von Zwangs- und Kinderarbeit, den Schutz des Vereinigungsrechts, sowie Vorgaben zur Gleichbehandlung und gegen Diskriminierung die Arbeitsbedingungen. Langfristige Verträge und Abnahmegarantien ermöglichen Mindestlöhne und fördern nachhaltigeres Wirtschaften.

Zusätzlich werden oft soziale Projekte wie der Bau von Brunnen, Schulen oder Krankenhäusern unterstützt. Manche Unternehmen beteiligen sich auch mit einem Anteil ihrer Einnahmen an unabhängigen Hilfsprojekten in entsprechenden Partnerländern. Nachhaltige Produktion ist also deutlich aufwendiger, was sich natürlich im Preis widerspiegelt. Aber das hilft unserer Umwelt und damit unseren Kindern.

Kleiner Tipp:

Alternativ kann man einen Teil der Babybekleidung auch gut second hand kaufen. Die Kleinen wachsen ja so schnell, dass Mama mit Nachkaufen kaum nachkommt

Die günstigere, vielgeliebte Kleidung ist meist schon etliche Male gewaschen, weswegen Babys Haut nicht mehr mit bedenklichen Stoffen in Berührung kommt. Und nachhaltig ist das auch.

Welche Materialien sind gut für die Babyausstattung?

Je nach Jahreszeit und Wärmebedürfnis des Kindes gibt es Kleidung aus Baumwolle, Wolle oder Seide, in Reinform oder als Mischgewebe. Nina, was empfiehlst du?

Jedes Material hat seine Vorzüge:

Baumwolle ist pflegeleicht und robust.

Wolle speichert Wärme ausgezeichnet und fühlt sich nicht so schnell feucht an.

Seide wirkt temperaturausgleichend und ist insbesondere für sensible Haut hervorragend geeignet.

❤ Atmungsaktive, kühlende, reißfeste und langlebige Fasern aus Leinen, Hanf, Sojapflanzen, bestimmten Algen oder auch aus recyceltem Polyester kommen ebenso wie Cellulosefasern aus Holz (z. B. Lyocell oder Modal) zum Einsatz, wenn der Nachwuchs größer wird.  

 

Und wie ist es mit Waschmittel und Weichspüler?

Waschmittel enthalten zwar waschaktive Substanzen (Tenside), in den meisten Fällen außerdem Duftstoffe, Bleichmittel, Enzyme und Konservierungsstoffe, die eine empfindliche Haut reizen können. Doch eine echte Allergie auf Waschmittel ist eher selten.

Wenn ein Kind allerdings sehr empfindliche Haut hat, sollte man besser auf ein unparfümiertes „Sensitiv“- oder Bio-Waschmittel umsteigen. Weichspüler ist zum Waschen von Babykleidung nicht empfehlenswert, da die  enthaltenen Duftstoffe sich sehr lange und intensiv in der Kleidung halten.

 

Geheimtipp meiner Mama:

Die Wäsche wird auch ohne Weichspüler weich, wenn man dem letzten Spülgang eine Tasse Obstessig zusetzt. Das spült auch die letzten Reste Waschpulver heraus.

 

    Bildrechte: Dayana Krings Fotografie

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