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Lifestyle und Selbstfürsorge mit Baby

Wie man sich in der Mutterrolle einfindet, ohne dabei sich selbst zu vergessen

Vor kurzem noch ein selbstbestimmtes Leben geführt und seit der Geburt unseres gewünschten Nachwuchses rund um die Uhr Mama sein. Das Leben steht Kopf und alles dreht sich nur noch um‘s Stillen, „Bäuerchen machen“, Babys Bauchmassage und wickeln.

Wo bin ich? Und ich will bitte mein Leben zurück!

Ein Kind zu bekommen und der Wandel vom Paar zu Eltern ist enorm, besonders beim ersten Kind ist es eine gravierende Lebensveränderung. Fast allen Elternteilen ist diese Tatsache bewusst und trotzdem (oder gerade deswegen?) sind wir bereit einen großen Teil von unserem Leben bzw. unserem Lifestyle aufzugeben, denn Nachwuchs zu bekommen ist so viel größer und höherrangig als alle Freiheiten dieser Welt gemeinsam. Es wird einem immer gesagt, wie toll und wie schön das Gefühl von Familie ist, wie herzerwärmend das Gefühl sein wird, wenn dein Baby dich zum ersten Mal anlächelt und dich mit freudigem Juchzen morgens begrüßt.

Ja, das ist alles wunderbar, doch die Erinnerungen an einen spontanen Shoppingtag mit der besten Freundin und einem anschließenden Kinoabend ist auch wunderbar, besonders in dieser ersten, sehr intensiven Baby-Zeit.

Da kann es schon mal passieren, dass man sich klammheimlich in Gedanken die Frage stellt:

„Was habe ich mir dabei gedacht Mama zu werden?“ Besonders nachts um halb drei, wenn schon wieder das T-Shirt mit Muttermilch durchtränkt ist, das geliebte Baby schreit, weil es vermutlich Bauchweh hat, oder auch nicht – man weiß es eben nicht genau, du durch deine Wohnung tigerst und dir beinahe vor Müdigkeit die Augen im Stehen zufallen. Ja, genau das gehört ebenso zum Muttersein, wie alle die schönen Momente, von denen jeder immer erzählt. Irgendwann schläft das Kind in deinem Arm ein und du halbsitzend (bestenfalls in deinem weichen Bett) ebenso… wie lange wird dieser Zustand dauern und wie soll ich das Alles hinbekommen?

Wie oft wohl habe ich mich das selbst gefragt…

Mein Tipp an euch:

Versucht euch eurem „neuen Leben“ voll und ganz hinzugeben.

ABER, liebe Mamas, ich kann euch sagen:

Es wird leichter und es wird besser. Versucht euch eurem „neuen Leben“ voll und ganz hinzugeben, legt euch schlafen, wenn euer Kind schläft und genießt es einen Pyjama-Tag einzulegen, wenn die Nacht zuvor durchwachsen war. Teilt eure Kräfte ein und bittet eure Familien euch vorgekochtes Essen vor die Türe zu stellen (bloß nicht läuten, Mutter und Kind könnten gerade schlafen). Lasst‘ euren Haushalt, Haushalt sein, dafür habt ihr noch unendlich viel Zeit wenn euer Kind in der Pubertät ist 😉 ladet euch nur Besuch ein, der euch gut tut und bittet darum, dass der Kuchen mitgebracht wird und wenn möglich noch zwei Stück mehr (denn Stillen macht bekanntlich hungrig).

Lebt eure neue Lebensrolle mit Leib und Seele aus, denn wenn euer Sonnenschein mal ein paar Monate alt ist, dann ist der erste Kinobesuch nicht mehr in unendlicher Ferne und ein bis zwei Flanier-Stunden mit der besten Freundin durch die Stadt bestimmt möglich. Nehmt die Hilfe von außen wahr, die Väter oder auch die Großeltern strotzen vor Glück, wenn sie das Baby für zwei Stunden um die Häuser schieben dürfen. Gönnt euch kleine Auszeiten, kleine Oasen der Regeneration im Alltag und etwas Ablenkung abseits vom Wickeltisch tun unheimlich gut. Ihr werdet merken, wie sehr ihr euch beherrschen müsst um nicht zu Hause anzurufen um euch zu vergewissern, ob alles ok ist  (was soll denn schon Großartiges passieren? Eine volle Windel gewechselt von Oma – na wunderbar, eine weniger für euch!)

Anfängliche Selbstzweifel sind ganz normal

Keine Mutter sollte sich schämen für anfängliche Selbstzweifel und die Frage ob man der Mutterrolle gewachsen ist, es geht allen gleich und wenn ihr versucht den Alltag anzunehmen wie er kommt, dann werdet ihr merken wieviel entspannter ihr mit euch und nicht zuletzt im Umgang mit eurem Kind seid. Die Baby-Zeit ist ungelogen eine der schönsten und aufregendsten Zeiträume im Leben einer Mama. Leider sehen wir das oft erst dann, wenn die Kinder größer und das Handling leichter werden, doch dann ist dieser Anfangszauber vorbei.

Hier schreibt Lucia für Euch. Hebamme und Mama aus Leidenschaft.

Mein Fazit: lebt‘ diesen magischen Anfang mit Herzblut in all‘ seinen Facetten, denn diese Zeit ist kostbar und kommt in dieser Art nie wieder.

Herzlichst eure,

Lucia

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