Sommer – Sonne – Stillen

Der Weg entspannt und diskret in der Öffentlichkeit zu Stillen und das bitte OHNE Scham.

 

Welche Mutter kennt es nicht:

Die ersten Wochen als frischgebackene Mama sind geschafft, die nächtlichen „Bauchweh-Schrei-Stunden“ sind überstanden und nach der anfänglichen Verunsicherung alles richtig machen zu wollen, aber nicht genau zu wissen was eigentlich richtig ist, kommt nun endlich das heiß ersehnte Selbstbewusstsein wieder zurück. Wir Mütter strotzen vor Glück und möchten am liebsten alle Menschen um uns herum daran teilhaben lassen. JA wir haben die ersten Wochen gut gemeistert, Höhen und Tiefen hinter uns gelassen und JA,  alle haben überlebt.

Also was hält uns auf, der Welt zu zeigen wie gut wir sind? – Nichts!

Gedacht – gemacht, heute ist der Tag der Tage:

Das Wetter ist schön und du bist verabredet mit deiner Freundin und ihrem Säugling zum flanieren durch die Stadt und ein kleiner Kaffeeklatsch in der Eisdiele um die Ecke. Logistisch betrachtet waren die Vorbereitungen ein Wahnsinn doch jetzt ist die Wickeltasche wirklich für alle Eventualitäten gepackt und es kann los gehen.

Es klappt alles herrlich: ein bisschen schlendern, etwas Shopping und du schwebst förmlich durch die Straßen und erfreust dich an deiner Rolle als Supermama. Das Baby deiner Freundin quengelt und da sie abgestillt hat, setzt ihr euch gemeinsam in ein Café. Während sie hektisch das Fläschchen zubereitet lächelt dich dein Kind zufrieden an und du bist dankbar, dass bei dir das Stillen reibungslos funktioniert. Deine Freundin füttert nun ihr kleines Mädchen und gefühlt das ganze Café nimmt mit positiven Kommentaren Teil am Akt der Nahrungsaufnahme. Jede Bewegung wird kommentiert mit: „ Ach, wie niedlich“ „Die trinkt aber gut, die Kleine“ und vieles mehr. Schon bald ist das Baby satt und zufrieden.

Hebammentipp

Dein Baby ist schon größer und du hast noch Fragen zum Stillen, zum Abstillen oder zur Beikost? Kein Problem-deine Krankenkasse übernimmt die Stillberatung bei der Hebamme bis zum Abstillen. Bei Babys, die mit dem Fläschchen gefüttert werden bis zum 9. Monat. Genug Zeit um alle Fragen zu klären.

Herzlichst, Eure Anna

Du traust dich und beginnst dein Kind zu stillen

Nun beginnt langsam aber bestimmend dein Sohn zu quengeln. Du bist locker und hebst ihn aus dem Wagen. Absolut selbstverständlich und professionell nimmst du ein Tuch, wickelst es gekonnt um den Träger deines Still-BHs und um dein Kind und legst in einem kleinen akrobatischen Akt dein Baby an die verheißungsvoll, prall gefüllte Brust an. Kind dockt an, saugt, Schluckgeräusche sind deutlich zu hören… PUH – alles gut gegangen… Du merkst, wie deine Anspannung nachlässt und du wieder gedanklich dein Superhelden-Cape um deine Schultern legst um dich anschließend wieder dem Gespräch mit deiner Freundin zu widmen. Dein Selbstbewusstsein ist auf dem Höhepunkt, bis du von den Nachbartischen Gemurmel wahrnimmst und dann den ein oder anderen verächtlichen Blick im Rücken spürst. Etwas verunsichert versuchst du das Gefühl abzuschütteln, denn du machst doch alles richtig… -  dein Kind hat Hunger und du stillst sein Bedürfnis mit Muttermilch, ein Prozess der seit Menschengedenken so vollzogen wurde. So wie du es in diverser Literatur gelesen hast, so wie es die Hebamme im Vorbereitungskurs mantrahaft wiederholt hat – „feed on demand“ „Stillen nach Bedarf“, egal wo, egal wann.

Einige der Gäste in diesem Café scheinen davon noch nie was gehört zu haben. Schade.

Ein Mann mittleren Alters geht an euch vorbei und äußert sich nur mit angewiderter Mine: „Kannst du das nicht zu Hause machen? Ist ja ekelhaft… packt einfach hier ihren Busen aus, also nee, echt widerlich.“

Gekränkt und fassungslos stillst du dein Kind an dieser Seite noch fertig, traust dich aber nicht mehr die zweite Brust anzubieten und möchtest nur noch weg von hier. Der Höhenflug ist schlagartig vorbei und du schleppst dich traurig und niedergeschlagen nach Hause.

Du verstehst die Welt nicht mehr… warum ist Stillen in der Öffentlichkeit verpönt?

Hier schreibt Lucia für Euch. Hebamme und Mama aus Leidenschaft.

"Liebe Mamas, Berichte dieser Art haben mich nicht nur einmal erreicht. Öffentliches Stillen ist immer noch ein ganz großes Thema für viele Mütter und erfährt auch immer wieder mediale Aufmerksamkeit.

Ich als Hebamme und Mutter von zwei gestillten Kindern kann euch nur ermutigen und stärken in diskreter, aber selbstbewusster Weise euer Kind dann zu stillen, wann es Hunger hat, egal wo – eben stillen nach Bedarf.

„Immer dabei, immer die richtige Temperatur und immer in ausreichender Menge“ , genau DAS ist der große Vorteil, den wir durch das Stillen erfahren und wir Hebammen predigen in den Kursen auf und ab, wie vorteilhaft die Muttermilch für unser Baby ist. Das bedeutet natürlich, dass die Muttermilch nicht nur zu Hause, auf der beengten Damen-Toilette oder in der unbequemen Umkleidekabine für dein Baby geeignet ist.

Wir Frauen haben unsere Brust genau aus diesem Grund: zum Ernähren unseres Säuglings. Die Brust als Sexsymbol war nie der Gedanke der Natur."

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